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Analoge Macht

Wir bauen die neue Welt. Aus digitalen Bausteinen. Weil wir uns seit Gutenberg auf schriftliche Informatiosübertragung spezialisiert haben, brauchen wir Augen = Kameras. Für die Information, was mit uns los ist, haben wir weitere Sensoren (Puls, Blutdruck, Lage, Atmung etc.). Eigentlich alles, was wir selbst auch schon mit unseren Sinnen wahrnehmen können, nur eben digital. Und damit technisch übertragbar und von Dritten verarbeitbar. Ob die Dritten nun Smartphone heißen oder NSA, ist völlig egal. Alles, was verarbeitet werden kann, wird verarbeitet. Wir müssen nur noch auf die Empfehlungen der Dritten warten. Für die Pulsuhr-Fans heißt das: „Mach langsam!“ oder „Gut gemacht, du läufst in deiner OwnZone“. Träger von Fitness Tracker-Armbändchen lassen sich morgens berichten, wie sie in der Nacht geschlafen haben. Alle Nutzer dieser Informationen aber teilen ein Schicksal: sie überlassen die Beurteilung ihres Zustands einem Dritten.

In diesem Beitrag werbe ich dafür, eine digitale Pause einzulegen und die analoge Macht wiederzuentdecken. Keine Angst, meine Botschaft lautet nicht: „zurück auf die Bäume“, sondern: „baue zwanglos auf das beste System!“. Natürlich am Beispiel Laufsport.

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Die digitale Falle

Sind die andern so bekloppt oder bin ich es?

Diese Frage habe ich mir in den letzten Jahren öfter gestellt. Eigentlich fast immer, wenn ich Leute sehe, die alle paar Sekunden auf ihr Smartphone schauen. Oder den Blick gar nicht mehr woanders hin richten. Ist das der viel gepriesene Mensch 2.0 mit dem verbundenen Kollektiv-Hirn oder sind das lauter Süchtige, die mir das Wissen voraus haben, was eigentlich an diesem seltsamen Ritual so genial ist, dass man dafür alles andere opfern würde?

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eulenspiegel

Fröhlich

Aus Vinyl waren sie, die Schallplatten meiner Kinderzeit. Neben den Karl May Geschichten und vielen Märchen gab es auch eine Till Eulenspiegel-Platte. Die liebte ich am meisten, weil der witzige und freche Till immer so gute Ideen hatte. Gleich zu Beginn der ersten Geschichte fragt ihn sein Onkel, warum er so fröhlich pfeifend den Berg hinauf geht, wo dies doch offensichtlich so anstrengend sei. Till antwortet mit entwaffnender Logik: „Ich freue mich, weil es nach dem Anstieg doch wieder bergab geht!“.

Sind Miesepeter unter uns? Dann höre ich sie schon argumentieren „Bei dieser Logik müsste Till doch traurig sein, wenn es bergab geht, weil es schon bald wieder anstrengend bergauf geht.“ Schlüssig. Aber was nutzt das, wenn man ein schlüssiger Miesepeter ist? Dann schon lieber ein fröhlicher Ab-und-Zu-Unlogiker a la Till. Er hat die besseren Argumente auf seiner Seite, und die heißen Lebensfreude, Lebensfreude und Lebensfreude. Oder hat jemand befohlen, dass etwas Anstrengendes nicht auch Spaß machen kann?

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28.07.2011

Jubiläum: die ersten fünf Jahre!

Gestern vor 5 Jahren habe ich meinen ersten Lauf ohne Schuhe gemacht.

Auch damals schrieb ich schon übers Laufen, hatte auch schon einige Experimente mit immer weniger Schuh am Fuß hinter mir und landete dann – am 28.07.2011 – am definitiven Endpunkt der Schuh-Reduktion.

Heute habe ich mich an diesen denkwürdigen Lauf erinnert. Beim Lesen meines damaligen Beitrags fiel mir nicht nur mein Lauf wieder ein, sondern auch meine damalige Erinnerung an ein Erlebnis, das noch 30 Jahre länger zurückliegt…

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12_23

12,23 € gespart

„Mama, hat der kein Geld für Schuhe?“

Eine Kinder-Frage. Sicher hatte das Kind schon mal einen Fernsehbericht über arme Menschen gesehen, die barfuß und in zerlumpten Klamotten umherliefen. Jetzt sah es mich barfuß an sich vorbeilaufen und übertrug seine TV-Erkenntnisse auf mich.

Gar nicht so dumm, dachte ich.  Vielleicht will ich ja gar kein Geld für Schuhe haben…
Mal ausrechnen, was ich so spare beim Ohne-Schuhe-Laufen!

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DCIM100GOPRO

Mal was langes?

Gestern hat mich die Lust auf einen langen Lauf gepackt. Warm sollte es werden, also bin ich schon früh aufgestanden, so um 05:30 Uhr.

Die fetten Nummern in Klammern beziehen sich auf die Bilder in der Galerie weiter unten. Die Seite einfach in zwei Tabs laden und dann die Beschreibung im einen Tab lesen, die Galerie im anderen Tab ansehen.

Ca. 1 Stunde später bin ich dann gestartet, nach einem minimalen Frühstück, bestehend aus einem bisschen Wasser, so etwa 1 Glas, und einer Tasse Getreidekaffe mit Milch (1), lecker! Ach ja, die Strecke: ca 33 km, natürlich (= ohne Schuhe, ohne Uhr), aber mit meiner kleinen GoPro Kamera. Eilig hatte ich es nicht, also trabte ich gaaaaanz gemütlich los…

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Altkönig - der Gipfel, mit Blick auf den Großen Feldberg

Die letzte Grenze

Kennt ihr das? Es gibt Grenzen, die fühlt man immer deutlicher, je näher man ihnen kommt. Man kann sie auch verschieben, wenn man sich sehr anstrengt. In Laufwettkämpfen passiert so etwas so oft, dass man eine eigene Abkürzung dafür parat hat: PB – persönliche Bestzeit.

Und dann gibt es jene anderen Grenzen, die so fern sind, dass man sie nicht erreichen und schon gar nicht überschreiten wird. Diese nenne ich dann immer „Die letzte Grenze“.

Heute habe ich – mehr aus Versehen – eine solche überschritten.

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Matrjoschka

unverpuppt

Lange schon habe ich den Eindruck, mich beim Thema Laufen in einer Matrjoschka-Puppe zu befinden.

Kennt ihr diese Puppen? Sie sind aus Holz gefertigt, bunt bemalt und bestehen aus zwei Teilen. Öffnet man sie, kommt eine kleinere Puppe zum Vorschein. Öffnet man die kleinere Puppe, sieht man, dass eine noch kleinere Puppe darin steckt und so weiter. Die innerste Puppe ist der unteilbare Kern der Matrjoschka. Unteilbar (griechisch: atomos) erschien auch zum Zeitpunkt der Wortschöpfung das Atom, und so darf man gespannt sein, wie das innerste Püppchen aussieht.

Als notorisch neugieriges Kind wollte ich schon immer wissen, was wirklich in den Dingen steckt. Was liegt da näher, als auch dem Laufen mal durch Entfernung der Puppenhüllen auf den tatsächlichen Grund zu gehen?

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