Grüne Füße

Das Laufen macht bei diesem herrlichen Frühlingswetter so viel Spaß, dass man es am liebsten einsaugen und als Konserve in den Keller stellen möchte, falls mal wieder schlechtere Tage kommen.

Geht nicht? Stimmt. Aber wenigstens die Bilder kann man konservieren. Als Barfußläufer habe ich mir natürlich eher die Füße meiner Mitgeschöpfe ausgesucht: viele Bäume haben grüne Füße bekommen im Laufe der Jahre, ob sie noch lebendig sind oder schon im langen Prozess des Vergehens.

Sie sehen so wunderhübsch aus, dass ich euch einfach heute ein paar Bilder von ihnen mitbringen musste, eingefangen im sanften, milden Morgenlicht.

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Ein schöner Tag

Heute ist ein schöner Tag! Das Licht am Morgen lockt mich. Laufklamotten an und raus! Schuhe natürlich nicht, es soll schon die volle Dröhnung sein, das ganze Gefühl!

Der Boden ist noch kalt. Das fühlt sich nicht mal unangenehm an. Die ersten 10 Minuten sind immer sehr intensiv, dann haben die über Nacht feinfühlig gewordenen Nerven einen Teil ihrer Botenstoffe verfeuert (das ist meine Interpretation dieser lustigen Gewöhnung) und die Sohlen fühlen sich schon mehr an wie die der Sole Runner Schuhe.

Ab jetzt darf auch mal zwischendurch gesprintet werden, gerade so wie es Spaß macht. Im Straßenbereich, um die grüne Fußgänger-Ampel noch zu erwischen oder im Wald, wenn vor der Engstelle da vorne noch eine Läufergruppe überholt werden muss.

Die unbedingte Freiheit, die das Laufen ohne Schuhe meinen Füßen gibt, überträgt sich schnell auf meine Stimmung und macht mich übermütig. Je schneller ich laufe, umso weniger scheinen die Unebenheiten des Bodens in die Sohlen zu drücken, so als würde sich die Federkraft der Füße mit steigender Belastung vergrößern.

Irgendwann stehe ich wieder vor dem Haus und mein Lauf ist beendet. Die Freiheit der letzten Stunde wird sich wie ein wärmendes Licht auf die kommenden Stunden legen. Heute ist ein schöner Tag!

Resonanz

Seit dem ich 2001 mit dem Laufen angefangen habe, gab es keine so lange Zeit des Nichtlaufens wie die vergangenen 4 Wochen. Und wenn ich nicht müde werde, von der Stärkung des Immunsystems durch Barfuß-Laufen zu berichten, so ist es doch umso unangenehmer für mich, dass es ausgerechnet eine Virusinfektion war, die mich die letzten Wochen lahmgelegt hat. So durfte ich das volle Programm über Schluckbeschwerden, Schnupfennase, Kopfschmerzen, unstillbarem Hustenreiz, zermürbender Schlappheit und unruhigen Nächten erleben.

Immerhin konnte ich während der Liegephasen ein 800 Seiten starkes Soziologiebuch lesen: der Jenaer Professor Hartmut Rosa hat es verfasst. Es hat den Titel „Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung“ und es hat auf der Rückseite des Einbands die absolute Kurzzusammenfassung: „Resonanz bleibt das Versprechen der Moderne, Entfremdung aber ist ihre Realität.“

Warum schreibt ein Barfuß-Laufen-Blogger wie ich über ein Soziologie-Buch?

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Auf Schnails zum alten König

Im Taunus liegt noch Schnee. Zwar hat es schon lange nicht mehr geschneit, aber dank der dauerhaft niedrigen Temperaturen hat sich eine schöne Schneedecke erhalten. Sie ist umso schöner, je weniger der Schnee festgetreten und glattgeschrubbt ist. Also eher auf Trails als auf den breiten Hauptwegen.

Vor einigen Tagen habe ich in einer meiner Kruschelschubladen ein kleines altes Outdoor-Navi gefunden. Ich hatte mir vorgenommen, es zu verkaufen und wollte nur nochmal testen, ob es noch geht. Beim Test war ich überrascht, was das kleine Kerlchen alles kann und habe beschlossen, es vorerst zu behalten.

Schnee + Trails + Outdoor-Navi = ?

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Verbundenheit

Wie war das mit den guten Vorsätzen zum Jahreswechsel? In der Rangliste der Versprechen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit gebrochen werden, stehen diejenigen ganz weit oben, die man sich selbst zu Sylvester gibt. Das mag zum einen an der lockeren Stimmung liegen, in der man sich und seine Lieben auf der Sylvesterparty befindet (bekannter Effekt: Promille führen zur Selbstüberschätzung), zum anderen daran, dass es einfach ein netter Brauch ist, ein paar Dinge im nächsten Jahr besser machen zu wollen als im letzten. Und so nimmt man sich nochmal vor, was schon im letzten Jahr nicht erreicht wurde (oder noch wildere Sachen).

Ich hatte mir daher vorgenommen, mir nichts mehr vorzunehmen, und hielt das für ziemlich schlau. Wer keine Ziele hat, reißt auch keine. Ein wirksamer Schutz gegen Enttäuschungen also? Weit gefehlt: wer keine Ziele hat, reißt nicht nur keine Ziele, er reißt gar nichts mehr, denn ohne Ziele keine Vision, ohne Vision kein Weg, und ohne Weg keine BeWegung, oder?

Die Frage lautet daher: wie schafft man Bewegung ohne Weg? Und wenn man sich ohne Weg bewegt, wohin kommt man? Simple Fragen am Anfang eines neuen Jahres, und ein paar Antworten, die – wider Erwarten – doch etwas mit Laufen zu tun haben 🙂

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Salzstreuer im Einsatz

Autsch!

Wer ein Labor betreibt und darin gewisse Experimente vornimmt, ist gut beraten, deren Risiko sorgfältig zu kalkulieren, damit im Problemfall kein größerer Schaden eintritt.

In meinen letzten Beiträgen zum Thema „Laufen bei Kälte“ habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, mich immer weiter in die tiefen Temperaturen vorzuwagen. Bei meinem ca. einstündigen Lauf am Neujahrstag bei -5 Grad sah es so aus, als würde ich die Grenze ein weiteres Mal verschieben können, bis…

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kalt?

Es ist ein eigenartiges Glück, das mich befallen hat, seitdem ich keine Angst mehr vor kaltem Boden habe, wenn ich mit nackten Füßen laufe. Es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, mein ganzes Laufen wäre ein anderes geworden.

Ich kann es nicht erklären. Vielleicht hilft es, wenn ich es mit etwas anderem vergleiche:

Ich komme mir vor wie ein Snowboarder, der durch den Schnee eine weite Wanderung auf einen hohen Berg gemacht hat. Die Natur, der Ausblick, die Luft, das war alles schon die ganze Zeit lang richtig toll. Aber irgendwie war der Anstieg immer auch ein wenig anstrengend. Immer. Auch wenn der Lohn der Anstrengung immer größer war als die Mühe. Und immer war da der ferne Gipfel mit seinen sanft abfallenden Hängen, fast wie eine riesige Düne in der Wüste. Und da war das große Versprechen: „Wenn du oben bist, stell dich nur noch auf dein Brett und gleite ohne jede Mühe ins Tal.“

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Innere Wärme

Seit ich barfuß unterwegs bin, schaue ich immer etwas neidisch auf die Tiere, die das ganze Jahr ohne Schuhe unterwegs sind. Mir ist das in der kalten Jahreszeit noch nicht gelungen, ohne dass ich Angst um meine Füße hatte.

Wie ich in diesem Blog schon in mehreren Beiträgen geschrieben habe, finde ich das bei Kälte immer mehr schwindende Gefühl beängstigend, denn ich hatte immer den Eindruck, dass die äußeren Strukturen durch die Kälte zerstört werden könnten, wenn erst der Fuß komplett taub geworden ist.

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