Auf Schnails zum alten König

Im Taunus liegt noch Schnee. Zwar hat es schon lange nicht mehr geschneit, aber dank der dauerhaft niedrigen Temperaturen hat sich eine schöne Schneedecke erhalten. Sie ist umso schöner, je weniger der Schnee festgetreten und glattgeschrubbt ist. Also eher auf Trails als auf den breiten Hauptwegen.

Vor einigen Tagen habe ich in einer meiner Kruschelschubladen ein kleines altes Outdoor-Navi gefunden. Ich hatte mir vorgenommen, es zu verkaufen und wollte nur nochmal testen, ob es noch geht. Beim Test war ich überrascht, was das kleine Kerlchen alles kann und habe beschlossen, es vorerst zu behalten.

Schnee + Trails + Outdoor-Navi = ?

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Verbundenheit

Wie war das mit den guten Vorsätzen zum Jahreswechsel? In der Rangliste der Versprechen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit gebrochen werden, stehen diejenigen ganz weit oben, die man sich selbst zu Sylvester gibt. Das mag zum einen an der lockeren Stimmung liegen, in der man sich und seine Lieben auf der Sylvesterparty befindet (bekannter Effekt: Promille führen zur Selbstüberschätzung), zum anderen daran, dass es einfach ein netter Brauch ist, ein paar Dinge im nächsten Jahr besser machen zu wollen als im letzten. Und so nimmt man sich nochmal vor, was schon im letzten Jahr nicht erreicht wurde (oder noch wildere Sachen).

Ich hatte mir daher vorgenommen, mir nichts mehr vorzunehmen, und hielt das für ziemlich schlau. Wer keine Ziele hat, reißt auch keine. Ein wirksamer Schutz gegen Enttäuschungen also? Weit gefehlt: wer keine Ziele hat, reißt nicht nur keine Ziele, er reißt gar nichts mehr, denn ohne Ziele keine Vision, ohne Vision kein Weg, und ohne Weg keine BeWegung, oder?

Die Frage lautet daher: wie schafft man Bewegung ohne Weg? Und wenn man sich ohne Weg bewegt, wohin kommt man? Simple Fragen am Anfang eines neuen Jahres, und ein paar Antworten, die – wider Erwarten – doch etwas mit Laufen zu tun haben 🙂

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Salzstreuer im Einsatz

Autsch!

Wer ein Labor betreibt und darin gewisse Experimente vornimmt, ist gut beraten, deren Risiko sorgfältig zu kalkulieren, damit im Problemfall kein größerer Schaden eintritt.

In meinen letzten Beiträgen zum Thema „Laufen bei Kälte“ habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, mich immer weiter in die tiefen Temperaturen vorzuwagen. Bei meinem ca. einstündigen Lauf am Neujahrstag bei -5 Grad sah es so aus, als würde ich die Grenze ein weiteres Mal verschieben können, bis…

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kalt?

Es ist ein eigenartiges Glück, das mich befallen hat, seitdem ich keine Angst mehr vor kaltem Boden habe, wenn ich mit nackten Füßen laufe. Es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, mein ganzes Laufen wäre ein anderes geworden.

Ich kann es nicht erklären. Vielleicht hilft es, wenn ich es mit etwas anderem vergleiche:

Ich komme mir vor wie ein Snowboarder, der durch den Schnee eine weite Wanderung auf einen hohen Berg gemacht hat. Die Natur, der Ausblick, die Luft, das war alles schon die ganze Zeit lang richtig toll. Aber irgendwie war der Anstieg immer auch ein wenig anstrengend. Immer. Auch wenn der Lohn der Anstrengung immer größer war als die Mühe. Und immer war da der ferne Gipfel mit seinen sanft abfallenden Hängen, fast wie eine riesige Düne in der Wüste. Und da war das große Versprechen: „Wenn du oben bist, stell dich nur noch auf dein Brett und gleite ohne jede Mühe ins Tal.“

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Innere Wärme

Seit ich barfuß unterwegs bin, schaue ich immer etwas neidisch auf die Tiere, die das ganze Jahr ohne Schuhe unterwegs sind. Mir ist das in der kalten Jahreszeit noch nicht gelungen, ohne dass ich Angst um meine Füße hatte.

Wie ich in diesem Blog schon in mehreren Beiträgen geschrieben habe, finde ich das bei Kälte immer mehr schwindende Gefühl beängstigend, denn ich hatte immer den Eindruck, dass die äußeren Strukturen durch die Kälte zerstört werden könnten, wenn erst der Fuß komplett taub geworden ist.

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Frankfurt 195

Gestern war Marathon-Tag in Frankfurt.

Im Frühjahr hatte ich hier schon mal beschrieben, welche drei Laufprojekte für 2016 ich mir vorgenommen hatte, und der Marathon war eines von ihnen.

Nicht einfach nur die 42,195 km abspulen, sondern barfuß laufen. Nicht so wie vor zwei Jahren in knapp 4 Stunden, sondern flott in 3:15 Std, daher der Projektname Frankfurt 195 (Minuten).

Die Vorbereitung war von allem möglichen geprägt, nur nicht von einem systematischen Marathon-Training. Ein paar lange Läufe waren dabei, auch einige Unterbrechungen, aber vor allem die letzten Wochen mit Hund haben meine Lauferei doch stark verändert: noch mehr Spaß und Spiel, aber wenig System. Von Trainingsplan keine Rede! Klappt so was trotzdem?

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Emily

Laufen mal anders – oder: wir haben wieder einen Hund.

Fast ein Jahr ist es her, dass uns Fredy Sonnenschein verlassen hat. Ausgerechnet am Tag des Frankfurt Marathon 2015 hat er uns in einem für Hunde recht hohen Alter verlassen, nachdem er nur ein Jahr bei uns war. Wir waren so traurig, dass wir nicht überstürzt einen Nachfolger suchten. Jetzt – nach fast einem Jahr – gibt es den Nachfolger…

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LSD = Langsam Schlamm Dunkelheit

Wer am Ende des Monats beim Marathon in Frankfurt startet, ist gut beraten, ein paar lange Strecken in sein Vorbereitungstraining einzubauen.

Abweichend vom Sprachgebrauch in der Drogenszene bezeichnen wir Läufer lange, langsam gelaufene Strecken als LSD (Long Slow Distance). Mein heutiges Erlebnis bringt mich jedoch dazu, unter LSD noch was anderes zu verstehen, nämlich langsam (wegen) Schlamm (in der) Dunkelheit.

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Analoge Macht

Wir bauen die neue Welt. Aus digitalen Bausteinen. Weil wir uns seit Gutenberg auf schriftliche Informatiosübertragung spezialisiert haben, brauchen wir Augen = Kameras. Für die Information, was mit uns los ist, haben wir weitere Sensoren (Puls, Blutdruck, Lage, Atmung etc.). Eigentlich alles, was wir selbst auch schon mit unseren Sinnen wahrnehmen können, nur eben digital. Und damit technisch übertragbar und von Dritten verarbeitbar. Ob die Dritten nun Smartphone heißen oder NSA, ist völlig egal. Alles, was verarbeitet werden kann, wird verarbeitet. Wir müssen nur noch auf die Empfehlungen der Dritten warten. Für die Pulsuhr-Fans heißt das: „Mach langsam!“ oder „Gut gemacht, du läufst in deiner OwnZone“. Träger von Fitness Tracker-Armbändchen lassen sich morgens berichten, wie sie in der Nacht geschlafen haben. Alle Nutzer dieser Informationen aber teilen ein Schicksal: sie überlassen die Beurteilung ihres Zustands einem Dritten.

In diesem Beitrag werbe ich dafür, eine digitale Pause einzulegen und die analoge Macht wiederzuentdecken. Keine Angst, meine Botschaft lautet nicht: „zurück auf die Bäume“, sondern: „baue zwanglos auf das beste System!“. Natürlich am Beispiel Laufsport.

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