Archiv für den Monat: Oktober 2014

Danke für diesen einmaligen Tag!

Mein erster Barfuß-Marathon. Das Gefühl auf der Strecke war so locker und frei. Ich bin ohne Uhr gelaufen. Erst nach der Halbmarathon-Marke habe ich stärker auf die Kilometerschilder geachtet. Habe nur durch die Nase geatmet, außer beim Gespräch mit anderen Läufern. Bin zum Trinken stehen geblieben, weil ich – bei aller Aufregung vor dem Start – den Lauf genießen wollte. Und ich habe ihn genossen.

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Der Atem des Lebens

Von allen lebenslangen Begleitern ist der Atem der seltsamste. Wenn wir ihn nicht beachten, findet er einfach so statt. Auch nachts, wenn wir bewusstlos sind, funktioniert er ganz von alleine. Wir können ihn aber auch steuern. Wenn wir laufen, atmen wir bewusst. Wir spüren, wenn es an der Zeit ist, schneller und tiefer zu atmen. Und wir merken mehr als deutlich, wenn wir uns so anstrengen, dass wir nicht genug Luft bekommen. Dann heißt es Tempo rausnehmen oder – kurz vor dem Ziel – durchhalten und kotzen. Das alles ist gut so, denn hier wird ein Schlüssel zum Läuferglück greifbar.

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Feine Nasen

Ein paar Gedanken zur Nasenatmung. Aber zuerst ein wirklich alter Witz zum Thema:

Als im Naturkunde-Unterricht die Körperfunktionen besprochen werden und Fritzchen erfährt, dass die Füße laufen und die Nase riecht, meldet er sich empört: „Bei meinem Vater ist das umgekehrt!“.

Fritzchens Vater hat also eine Erkältung und trägt meistens Schuhe. Der Zusammenhang zwischen Schuhen und Käsefüßen ist offensichtlich und wird selbst vom härtesten Schuhfreak nicht geleugnet. Nicht ganz so offensichtlich ist der Zusammenhang zwischen der laufenden Nase und den Schuhen.

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41.195 – 10 – 2

Drei Zahlen, die mir heute viel bedeuten.

Die erste kennen alle Marathonis. Es ist exakt die Marathondistanz  (minus 1.000) in Metern. Und genau soweit bin ich gestern gelaufen. In 4:15 Std. Barfuß. kein Wettkampf, nur Training.

Die zweite war der Geldbetrag in Euro, den ich für den Fall mitgenommen hatte, dass etwas schiefgeht.

Die dritte, das ist Tag 2, der heutige Tag. Jener Tag, an dem ich beurteilen kann, wie gut ich den gestrigen überstanden habe. Aber alles der Reihe nach…

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Unperfektes Marathon-Training

Schätze, es gibt mehrere hundert Bücher, die sich mit dem Thema „Training für den Marathon“ beschäftigen. Spezielle, die ganz auf die lange Distanz ausgerichtet sind. Solche, die uns das Laufen erklären und als krönende Zugabe noch einen Marathon-Trainingsplan mitliefern. Wissenschaftlich fundierte und solche, die auf eigenen Erfahrungen beruhen, deren Allgemeingültigkeit der Autor ohne tiefere Skepsis annimmt.

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Ich habe in meinem Läuferleben drei verschiedene Trainingspläne befolgt:

  • Den von Steffny/Pramann (Buch: Perfektes Marathontraining). Solide, sachlich, erklärt auch seine grundlegenden Prinzipien. Mein erster Plan.
  • Den von Greif (Buch: Greif – for running life). Engagiert, anfeuernd, die Sprache im Buch entspricht dem Cover. Gut für Läufer, die sich gerne heiß machen lassen.
  • Den nach meinem Gefühl (intuitiv nach den gleichen Prinzipien: Reiz setzen und entspannen,  kontinuierliche Belastungssteigerung und rechtzeitiges Vom-Gas-Gehen).

Lustigerweise habe ich unabhängig vom Trainingsplan immer ähnliche Zeiten gelaufen;  Abweichungen von 5 Minuten seien bei einer so langen Strecke gestattet. Dieses Jahr laufe ich nach einem ganz anderen Plan, der so recht in keine Kategorie passt…

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Füße gut, alles gut

fuesse_gut_alles_gut… ist der Titel eines Buchs von Carsten Stark, das ich mir kürzlich zugelegt habe.

Darin geht es weniger ums Barfuß-Laufen im Sinne des Laufsports, sondern um eine barfüßige Lebensweise im Allgemeinen und das Barfuß-Gehen im Besonderen.

Also auf den ersten Blick nicht direkt was für Läufer, ganz sicher aber auf den zweiten.

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Sprüche für Barfüßler

Wenn wir Barfuß-Läufer fernab der Zivilisation (also auf Feldwegen, wo man nur Treckern oder Radfahrern begegnet) unterwegs sind, bleiben wir meist von erstaunten, hämischen, neugierigen oder sonstwie peinlichen Befragungen verschont.

Das ändert sich, sobald man auf klassischen Fußgängerwegen läuft. Es vergehen kaum einmal 100m, da hört man die typischen Sätze:

  • Mama, guck mal: ohne Schuhe!
  • Ups, barfuß!
  • Aua!
  • Wasn das fürn Verrückter?
  • Mutig!
  • Alle Achtung…

und ähnliches mehr. Das ist nicht schlimm und hält mich weder auf noch von der meditativen Grundstimmung ab,  der ich mich so gerne überlasse, wenn ich unterwegs bin.

Ab und zu wird man aber auch direkt angesprochen, weil die Neugier mit dem Fußgänger durchgegangen ist oder er einfach ein kommunikatives Wesen hat. In diesen Fällen konnte ich bei mir selbst schon beobachten, dass ich immer wieder zu den gleichen Antworten greife, je nachdem, ob mir der Befrager sympathisch oder sonstwie wert war, eine sein Verständnis fördernde Antwort zu bekommen, oder ob ich ihn einfach nur loswerden wollte. Passend zu den üblichen Fragen kommen hier meine Sprüche für Barfüßler…

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