Archiv für den Monat: Dezember 2014

Ich, der Leguan

Heiligabend ist neben dem eigenen Geburtstag der zweite Tag der Wahrheit im Jahresverlauf: man erkennt an der Wahl der Geschenke, wie gut einen andere kennen. Da ich sicher niemals auf die Idee gekommen wäre, mir so etwas perverses wie Laufsocken (nicht Strümpfe, sondern Socken, auf denen man – ohne Schuhe drüberzuziehen – läuft) zu kaufen, konnte ich auch niemandem einen solchen Tipp gegeben haben. Trotzdem lagen ein paar Leguanos auf dem Gabentisch. Hm, dachte ich, warum nicht? Ich bin ja doch immer auf der Suche nach „so viel barfuß wie möglich, auch wenns wegen der Witterung nicht ganz ohne irgendwas am Fuß klappt“.

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Lesestunde im Wald

Es ist kalt geworden. Nicht extrem, nein. Nur so kalt, dass ich beim Laufen Handschuhe trage. Und Fußschuhe. Fußschuhe klingt doof, nicht wahr? Aber wer wie ich die ganze helle Jahreszeit durch ohne Schuhe gelaufen ist, findet auch doof, dass es jetzt zu kalt für barfuß geworden ist. Und deshalb ziehe ich Handschuhe und Fußschuhe an. Als Barfüßler kann ich natürlich nicht in normalen Schuhen laufen, das käme mir gar nicht in den Sinn. Ich laufe in Sole Runners, die eine Sohle von nur 1,5mm Dicke haben, sich aber sonst eher anfühlen wie Handschuhe. Deshalb Fußschuhe, also Handschuhe für die Füße.

Wenn ich schon solche Abstriche vom Barfußlaufen machen muss, dann möchte ich zur Entschädigung aber so laufen, dass sich mein Fuß trotzdem weiterentwickeln kann. So wie heute, als er im Wald das Lesen gelernt hat.

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MUTTER

DU hast uns, deine Kinder, groß gezogen. Hast uns alles gegeben, was wir zum Leben brauchen. Hast uns nicht gehindert, DICH auszuzehren, DEINE anderen Kinder zu quälen und zu vernichten.

Wir meinten, erwachsen genug geworden zu sein, um auf eigenen Beinen zu stehen. Wir haben DICH verspottet und für primitiv erklärt. Wir haben DICH bestohlen und verletzt, und zeitweise haben wir DICH sogar verlassen, weil wir uns anmaßten, eine bessere Mutter finden zu können.

Vielleicht müssen wir DICH erst aus der Ferne sehen, um DEINE Schönheit und Güte, DEINE Weisheit und auch DEINE Zerbrechlichkeit zu begreifen.

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