Welche Voraussetzungen brauchen wir?

Wir müssen neugierig sein!

Neugier kommt ja von „Gier nach Neuem“. Auch wenn es nicht gerade Gier sein sollte, die uns beflügelt, etwas ganz Natürliches wieder entdecken zu wollen, so sollten wir doch positiv gespannt sein, was uns erwartet. Neugier braucht Offenheit, denn sonst würden wir ja nichts Neues an uns heranlassen. Und Offenheit basiert auf Selbstvertrauen, denn nur wer sich selbst zutraut, etwas Neues lernen zu können, kann sich auch darauf einlassen. Eigentlich steht hinter der Neugier der Wunsch zu wachsen, seine eigenen Fähigkeiten zu mehren und sich über ein immer größeres Spektrum an Möglichkeiten freuen zu können, mit seinem Leben etwas anzufangen.

Als zivilisierte Kopfmenschen haben wir vielleicht verlernt, unserem Körper „blind“ zu vertrauen. Sicheres Anzeichen für diesen Vertrauensverlust ist die zunehmende Neigung, jedes Wehwehchen schnell mit pharmazeutischer Hilfe eliminieren zu wollen. Wer so handelt, misstraut der Fähigkeit seines Körpers, die Dinge selbst wieder ins Lot zu bringen. Das Erlernen des Barfuß-Laufens bringt uns weit weit weg vom Pillenschlucken, denn für unsere Abenteuer auf rauhem Terrain gibt es keine Medizin – außer der selbst von unserem Körper angeordneten Wachstumsreaktion. Wer auf sie vertraut, wird nicht enttäuscht werden!

Ein wacher Geist

Wenn wir uns darauf einlassen, mit ungeschützten Füßen in der Welt rumzurennen, brauchen wir eine gute Konzentrationsfähigkeit. Wer sich angewöhnt hat, immer mehrere Dinge gleichzeitig zu tun und dieses Schein-Multitasking noch für eine besondere Gabe hält, wird schnell an seine Grenzen stoßen: nur wenn wir mit ganzem Hirn und Herzen dabei sind, wird es uns gelingen, so intensiv in die neue Welt einzutauchen, dass wir einen maximalen Erlebnis- und Lerneffekt haben. Und außerdem ist eine gute Feinmotorik, die vor einer feinen Auge/Fuß-Koordination unterstützt wird, nur mit voller Konzentration möglich. Die Konzentrationsfähigkeit ist es aber auch, die wir mit dem Barfuß-Laufen trainieren und die uns später bei vielen Gelegenheiten wieder zugute kommt, sei es im Büro oder bei Handwerk und Hobby.

Begeisterungsfähigkeit und Durchhaltevermögen

Begeisterungsfähigkeit basiert auf der Fähigkeit, ein Thema zu lieben. Und weil alle komplexeren Themen ein ganzes Spektrum an Elementen bieten, begeistern wir uns meistens für die Themen, bei denen die angenehmen und lustvollen Elemente überwiegen. Für die weniger schönen Elemente (die es selbstverständlich auch beim Barfuß-Laufen gibt, zumindest am Anfang) brauchen wir Durchhaltevermögen. Das ist nichts grundlegend Neues, aber da wir uns einen robusteren Körper nicht kaufen können, müssen wir einfach geduldig sein, bis die Dinge sich so entwickelt haben, dass sie uns (fast) alle Spaß machen. Bei aller Freude, die uns die schnellen Effekte (z.B.: eine kräftige Fußmuskulatur und die Gewöhnung an die hohe Intensität, mit der der Boden wahrgenommen wird) bringen, müssen wir doch mit einer insgesamt mehrjährigen Anpassung rechnen. Das ist aber nicht schlimm, denn das begeisternde Wachstum fängt sehr schnell an.

Tetanus-Schutzimpfung

gefahrSo primitiv das auch klingen mag: dies ist fast die wichtigste Voraussetzung, denn wir wollen mit freiem Geist durch die Welt laufen, und dazu passt nicht, wenn wir dauernd Angst haben müssen, uns an irgendetwas zu verletzen. Im Gegenteil: wenn wir erkennen, wie schnell kleinere Verletzungen heilen, werden wir jegliche Angst vor kleineren Blessuren verlieren und damit unseren tierischen Verwandten wieder sehr ähnlich werden. Also: damit man keine Angst vor dem heimtückischen Bakterium haben muss: unbedingt auf einen bestehenden Tetanus-Schutz achten!

Hinweis für Diabetiker

gefahrDiabetiker müssen mit ihrem Arzt abklären, ob sie sich auf das Abenteuer „Barfuß-Laufen“ einlassen dürfen. Warum? Häufig kommt es bei Diabetikern wegen der allgemeinen Stoffwechselproblematik zu gestörter Durchblutung und Sensorik der Füße. Gerade die Empfindungen der Fußsohle aber sind es, die ein ungefährliches Landen und Abdrücken auf dem teils unebenen, schroffen Boden ermöglichen. Wer den Boden nicht ausreichend fühlt und auch keine gute Durchblutung in den Füßen hat, kann sich sehr viel leichter verletzen. Also nochmal: nicht ohne ärztliche Erlaubnis und Kontrolle!!!

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