Archiv der Kategorie: Buchbesprechung

Resonanz

Seit dem ich 2001 mit dem Laufen angefangen habe, gab es keine so lange Zeit des Nichtlaufens wie die vergangenen 4 Wochen. Und wenn ich nicht müde werde, von der Stärkung des Immunsystems durch Barfuß-Laufen zu berichten, so ist es doch umso unangenehmer für mich, dass es ausgerechnet eine Virusinfektion war, die mich die letzten Wochen lahmgelegt hat. So durfte ich das volle Programm über Schluckbeschwerden, Schnupfennase, Kopfschmerzen, unstillbarem Hustenreiz, zermürbender Schlappheit und unruhigen Nächten erleben.

Immerhin konnte ich während der Liegephasen ein 800 Seiten starkes Soziologiebuch lesen: der Jenaer Professor Hartmut Rosa hat es verfasst. Es hat den Titel „Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung“ und es hat auf der Rückseite des Einbands die absolute Kurzzusammenfassung: „Resonanz bleibt das Versprechen der Moderne, Entfremdung aber ist ihre Realität.“

Warum schreibt ein Barfuß-Laufen-Blogger wie ich über ein Soziologie-Buch?

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Die digitale Falle

Sind die andern so bekloppt oder bin ich es?

Diese Frage habe ich mir in den letzten Jahren öfter gestellt. Eigentlich fast immer, wenn ich Leute sehe, die alle paar Sekunden auf ihr Smartphone schauen. Oder den Blick gar nicht mehr woanders hin richten. Ist das der viel gepriesene Mensch 2.0 mit dem verbundenen Kollektiv-Hirn oder sind das lauter Süchtige, die mir das Wissen voraus haben, was eigentlich an diesem seltsamen Ritual so genial ist, dass man dafür alles andere opfern würde?

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Locker lesen – locker laufen!

Eine Buchempfehlung für alle, die sich nicht gern selbst im Weg stehen

Ein wichtiger Grundsatz beim Laufen lautet: setze nur so viel Kraft ein, wie du wirklich brauchst. Gelingt es uns, diesem Grundsatz so weit wie möglich zu folgen, entsteht ein müheloses, leichtes, freudvolles und vergnügliches Laufen.

Ich vergleiche immer wieder gerne das Laufen mit dem Leben; mir fällt auf, dass die meisten Läufer so laufen, wie sie leben. Manche versuchen, mit hohem Einsatz bestimmte Ziele zu erreichen („train hard, win easy“). Nicht wenige verlieren dabei ihre Lockerheit und werden zu verbissenen Athleten, die sich von mächtigen Gegnern umstellt sehen („Der Job hindert mich daran, richtig zu trainieren“, „Die Scheiß Erkältung, genau jetzt…“, „Das Wetter hat einfach nicht gepasst“ etc.). Nur allzu gerne übersehen sie, dass sie selbst es sind, die es sich so schwer machen.

Patrick Lynen hat ein kleines Büchlein verfasst, welches uns in 33 täglichen Mini-Lektionen die ehrgeizig zusammengekniffenen Augen öffnet für eine Welt voller Wunder, wie wir sie mit kindlich-unvoreingenommenem Gemüt noch erleben durften…

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Wissen für Waldläufer

Wenn wir achtsam im Wald laufen, ahnen wir, von vielen faszinierenden Lebewesen umgeben zu sein. Die größten von ihnen – die Bäume – sehen wir (zumindest oberirdisch) so gut, dass wir dazu neigen, den Rest zu übersehen. In diesem Zusammenhang bekommt das Sprichwort „Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“ eine neue, tiefere Bedeutung. Das Treiben unter der Erdoberfläche bleibt vor unseren Augen versteckt, unabhängig davon, ob es sich um die Vorgänge im Wurzelwerk der Bäume, das Leben der Mikroben oder die komplexen Aktivitäten der Pilze handelt. Nicht, dass man all dies kennen muss, aber eine geballte Ladung neuer Informationen über das Leben im Wald kann die Augen öffnen und für ganz neue, erfüllende Lauferlebnisse sorgen.

Der Förster Peter Wohlleben hat jetzt ein Buch über Bäume geschrieben.

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Diagnose: unheilbar

Es gibt eine Situation, vor der wir alle Angst haben. Die uns bis ins Mark erschüttert. Nach der nichts mehr ist wie vorher. Es ist die Diagnose: unheilbar erkrankt. Wer sie bekommt, weiß, dass seine Tage gezählt sind.

Stephen Emmott hat ein Buch geschrieben, in dem kurz und schlüssig dargelegt wird, dass unser Heimatplanet unheilbar erkrankt ist. Weil wir bereits heute über den Punkt hinweg sind, ab dem Hilfe noch wirken könnte. Wer das Buch gelesen hat, ist tief bedrückt. Nicht weil die Fakten und deren Zusammenwirken überraschend sind; das alles haben wir schon mal gehört. Nein: weil sie von ihren Folgen her betrachtet werden. Mich hat das Buch richtig fertig gemacht.

Ich wollte diesen Blogbeitrag als Buchbesprechung verfassen, bin aber schließlich bei einer dringenden Aufforderung zum Handeln gelandet. Warum? Weil ich ein bis ans Naive grenzender Optimist bin, der sich einen kleinen Funken Hoffnung nicht zerstören lässt: die Hoffnung, das Ruder doch noch rumreißen zu können, wenn sich nur genügend Menschen schnellstmöglich dafür einsetzen. Sprechen wir aber erstmal über das Buch…

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Füße gut, alles gut

fuesse_gut_alles_gut… ist der Titel eines Buchs von Carsten Stark, das ich mir kürzlich zugelegt habe.

Darin geht es weniger ums Barfuß-Laufen im Sinne des Laufsports, sondern um eine barfüßige Lebensweise im Allgemeinen und das Barfuß-Gehen im Besonderen.

Also auf den ersten Blick nicht direkt was für Läufer, ganz sicher aber auf den zweiten.

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