Emily

Laufen mal anders – oder: wir haben wieder einen Hund.

Fast ein Jahr ist es her, dass uns Fredy Sonnenschein verlassen hat. Ausgerechnet am Tag des Frankfurt Marathon 2015 hat er uns in einem für Hunde recht hohen Alter verlassen, nachdem er nur ein Jahr bei uns war. Wir waren so traurig, dass wir nicht überstürzt einen Nachfolger suchten. Jetzt – nach fast einem Jahr – gibt es den Nachfolger…

Er ist eine Sie. Geschätzte 8 Jahre ist sie schon alt, aber damit doch erst halb so alt wie Fredy, als er zu uns kam. Was die beiden sonst noch gemein haben, ist das freundliche Wesen, mit dem sie auf andere Lebewesen zugehen (Ausnahmen siehe unten). Das war es aber dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

Emily – so heißt unser neues Schätzchen – ist doppelt so groß, mehr als doppelt so schwer, ganz schwarz und ganz schnell. Ganz schnell heißt nicht, dass sie der klassische Laufhund a la Husky oder Windhund ist. Nein, sie ist ein Mischling, in dem vielleicht ein hoher Labrador-Anteil steckt. Aber sie läuft gerne flott, manchmal sogar richtig schnell. Wir Läufer würden sagen: „Die hat gute Beine“. Leider ist sie ab und zu verdammt schnell, wenn sie Kaninchen oder Eichhörnchen sieht. Ein Jagdtrieb, den wir nicht fördern, sondern dämpfen wollen. Immerhin: der Hund kann laufen!

Die Gassirunde am frühen Morgen dauert etwa 1 Stunde. In dieser Zeit legen wir ca. 5 km zurück. Darin enthalten sind langsame bis schnellere Trab-Einheiten (8er bis 6er Schnitt), einige schnell gelaufene Teilstrecken (4er Schnitt), aber auch Schnüffeln, Bummeln und die üblichen Stoffwechsel-Aktivitäten. Anfreunden mit den vielen anderen Hunden in unserer Gegend inbegriffen.

Für mich ist das eine ganz neue Art von Lauferfahrung, die mir aber sofort einen riesen Spaß gemacht hat. Einfach Emilys Schwung mitnehmen, sie auch mal zum Durchhalten längerer schnell gelaufener Teilstrecken auffordern, dann wieder in langsamen Trab fallen und bei Lust und Laune wieder schneller, bis hin zum richtigen Rennen.

Das Laufen mit Emily ist wie ein spezielles Fahrtspiel, das auch Gehen und Stehpausen umfasst. Ich bin gespannt, was noch wird, wenn Emilys Kondition mit der Zeit (noch) besser wird.

Ich freu mich jedenfalls tierisch über diesen lieben Laufpartner. Und jetzt fällt mir auch Jörg wieder ein. Jörg Schimitzek und sein Hund Nanuk. Mit beiden bin ich schon gelaufen, einmal in Jörgs Heimat im Westerwald und einmal in meiner Gegend. Jörg macht Cani Cross mit seinem Hund: der Hund läuft als Motor voraus. Mit einem gut trainierten Hund läuft es sich bergauf so locker wie ohne Hund in der Ebene, das macht richtig Spaß. Aber Jörg macht noch mehr: er läuft gegen Mißbrauch, sammelt Spenden und zeigt als Lauftherapeut, dass das Laufen auch der Seele hilft. Ganz toll. Schaut doch mal bei ihm rein: http://www.joerg-laeuft.de/

4 Gedanken zu: Emily

  1. Lieber Wolfgang, das passt sehr gut zu meinem Thema heute !

    Wie schön, dass du eine neue Lauffreundin an deiner Seite hast, ich finde es toll und hätte auch gerne immer wieder einen schnellen, ausdauernden Hund an meiner Seite, leider nicht möglich. Darum erfreue ich mich an anderen, die mir täglich hier begegnen.

    So eine Art von Emily begegnet mir auch täglich mit ihrem Herrchen, den sie auf dem Elektrorollstuhl brav begleitet, sieht fast so aus wie deine ! 😉

    1. Liebe Margitta,

      es kommt einem vor wie ein seltsamer Zufall, dass wir uns nahezu zeitgleich das gleiche Thema vorgenommen haben. Ist aber auf der anderen Seite nicht unwahrscheinlich, denn die Beiträge rund ums Laufen drehen sich doch gerne immer wieder um die selben Themen, und da ist eine solche Gleichzeitigkeit nur eine Frage der Zeit.

      Vielleicht wird Emily ja mal richtig mit mir laufen können, also nicht nur das sonderbare Fahrtspiel-Gassi, aber auch das macht schon Spaß 🙂

      Liebe Grüße
      Wolfgang

  2. Hallo Wolfgang,

    Ist doch mal eine nette Abwechslung so ein Fahrtspirl mit Hund. Erinnert mich an die Laufausflüge mit meinen Sohn auf seinem ersten Rad. Der war ähnlich unterwegs wie Emily, mal zu schnell für mich, mal wegen irgendetwas interessantem gar nicht.

    Ich bin mir sicher, dass Du in naher Zukunft auch noch richtig laufend mit ihr unterwegs sein wirst 🙂

    Beste Grüße
    Sebastian

    1. Lieber Sebastian,

      die Gassi’s mit Emily werden auch von Tag zu Tag interessanter, weil sie immer fitter wird.
      Selbst wenn wir dann zwischenzeitlich auch mal stehenbleiben, weil sie nicht nur ihr Herz-/Kreislauf-System, sondern auch ihre Nase trainieren will, macht das gar nichts, kommen doch schon kurz darauf wieder Streckenabschnitte, die wir beide mit ziemlichem Speed zurücklegen.
      Das Spielerische dabei ist so reizvoll, dass ich jetzt (zur ungeeignetsten Zeit, da in den letzten Wochen vor dem Marathon) eher weniger trainingsmäßig gelaufen bin, sondern mehr mit ihr. Immerhin dauern die größten Gassirunden inzwischen so ca. 90 Minuten.
      Ist mir aber wirklich egal, denn ich laufe in der letzten Zeit (fast) ausschließlich wegen der Freude am Laufen, und die habe ich, egal ob mit oder ohne Hund 🙂

      Liebe Grüße
      Wolfgang

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