Feine Nasen

Ein paar Gedanken zur Nasenatmung. Aber zuerst ein wirklich alter Witz zum Thema:

Als im Naturkunde-Unterricht die Körperfunktionen besprochen werden und Fritzchen erfährt, dass die Füße laufen und die Nase riecht, meldet er sich empört: „Bei meinem Vater ist das umgekehrt!“.

Fritzchens Vater hat also eine Erkältung und trägt meistens Schuhe. Der Zusammenhang zwischen Schuhen und Käsefüßen ist offensichtlich und wird selbst vom härtesten Schuhfreak nicht geleugnet. Nicht ganz so offensichtlich ist der Zusammenhang zwischen der laufenden Nase und den Schuhen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Regulierung der Körpertemperatur dann besser gelingt, wenn die Füße nicht durch zu warme Schuhe irritiert werden. Dafür muss man nicht immer und überall barfuß gehen; im Sommer kann man darußen ja auch Sandalen tragen. Keinen Grund gibt es aber gegen das ganzjährige barfüßige Leben zu Hause. Bitte aber zur Vermeidung kalter Füße nicht in der kühleren Jahreszeit die Heizung bis zum Anschlag aufdrehen, sondern einfach abwarten, bis sich die Füße sich an das Fehlen wärmender Schuhe gewöhnt haben. Bei mir hat das damals etwa 3 Wochen gedauert, die ich einfach durchhalten musste, danach hatte sich das Thema kalte Füße erledigt. Natürlich habe ich in diesen 3 Wochen auf dem Fliesenboden ohne Fußbodenheizung immer wieder eiskalte Füße gehabt und Erkältungen befürchtet (ich hatte ja die blöden Sprüche noch im Kopf: „Du holst dir was an die Nieren mit deinen nackten Füßen!“), aber der Gedanke, dass die Tiere ja auch im Winter ohne Schuhe laufen und sich trotzdem weder erkälten noch Temperatur-bedingte Nierenprobleme haben, ließ mich durchhalten. Ich bin heute im wahrsten Sinne heilfroh, nicht aufgegeben zu haben. Ich hatte im Leben noch nie so wenig Erkältungen wie seit dieser Umstellungszeit.

Zurück zur Nase: es gibt einige gute Gründe, warum sie (auch) für das Laufen wichtig ist:

Sie wärmt die Luft an und befeuchtet sie

Wenn die Luft bei kalten Temperaturen für die Bronchien oder Lungen zu kalt ist, wärmt die Nase die Luft so an, dass wir sie besser vertragen. Das klappt natürlich nur, wenn wir uns nicht so stark belasten, dass wir die Mundatmung brauchen. Bei trockener Luft feuchtet die Nase die Luft an, so dass die Reizung für die Atemwege reduziert wird.

Sie reinigt die Luft

Wer sich nach einem längeren Aufenthalt im Freien mal die Nase geputzt hat, wird – vor allem bei langen Trockenperioden ohne reinigenden Regen – feststellen, wie viel Schmutz die Nase gefiltert hat.

Sie nimmt Gerüche aus der Umgebung auf

Fluch oder Segen? In einem Läuferpulk gibt es immer Spezialisten, die einen Laufwettkampf als Begründung brauchen, sich endlich mal wieder zu duschen. Mit etwas Pech braucht man so einen als Pacemaker und Windschatten-Geber. Dann ist die Nase ein Fluch.

In freier Natur aber, fernab von Läuferpulks, Autostraßen und städtischen Bürgersteigen, duftet es nicht selten nach Blumen, Blüten, Früchten, Pilzen und vielem mehr. Ein Segen für den, der das genießen kann und jammerschade für die Heuschnüpfler und Pollenallergiker!

Sie kann starke Emotionen hervorrufen

In der Ausgabe 10/2014 von „Psychologie heute“ liest man im Artikel „Parfüm – Viel mehr als nur ein Duft„, welche inzwischen wissenschaftlich nachweisbaren Wrkungen Düfte haben können. Am Beispiel von frisch gemähtem Gras beschreibt die Autorin eine sehr wohltuende Wirkung, die auch mir sehr vertraut ist.

Ich habe die Wirkung von Düften bei meinen längeren Trainingsläufen bewusst getestet und mir jeweils einen zum Lauf passenden Duft auf die Unterarme gesprüht. Und siehe da: ein kurzes Schnuffeln am Unterarm bringt verbrauchte Energie sofort zurück (o wei: ein Werbeslogan aus den 60ern).

edtProbiert’s einfach mal aus: überlegt euch vor dem Laufen, welcher Duft euch wohl an diesem Tag weiterbringen wird, tragt ihn auf und nutzt ihn später wie einen Power-Riegel.