Happy New Year!

Endlich! 2017 ist Geschichte. Ein Jahr, das ich gerne hinter mir lasse, weil es mir – mit einer Ausnahme – viel abverlangt, aber wenig gebracht hat. Aber eins nach dem anderen…

Es fing schon schlecht an. Am Neujahrstag habe ich mir die Sohlen am Streusalz verbrannt (Autsch). Zwar hatte ich das barfüßige Laufen auf Schnee genossen, aber die viel zu schnell eingesetzte Salzstreuung hat den Boden in ein aggressives, schädliches Pflaster verwandelt, und ich durfte den Ausflug mit einer mehrtägigen Laufpause büßen.

Im Jahresverlauf kamen dann permanenter beruflicher Stress und Frust dazu. Ohne hier in die Details zu gehen, kann ich aber sagen: wo immer Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung stärker auseinanderfallen, geraten die Dinge aus dem Lot. Bei mir war es ein Großprojekt, bei dem ich mit hohem Zeitaufwand immer wieder aktiv werden musste, damit das Projekt nicht gegen die Wand fährt, ohne dass ich dabei die Chance hatte, etwas gestalten zu können. Eine immense Zahl von Meetings – oft schon morgens – haben dazu geführt, dass ich fast nur noch am Wochenende laufen konnte (Wochenendläufer).

Ob es am Stress, am Frust oder am zu wenigen Laufen lag, ist eigentlich egal, da alles mit allem zusammenhängt; Ergebnis dieser Entwicklung waren zwei mehrwöchige, hartnäckige Erkältungen. Zwar lag ich davon nur eine Woche im Bett, konnte aber jeweils ca. 4 Wochen gar nicht laufen. Die zweite Erkältung war dann erst so kurz vor dem Frankfurter Marathon überstanden, dass ich noch am Wettkampftag einen leichten Hustenreiz hatte und den Marathon folglich absagen musste. Also: noch mehr Frust. Vor dieser Erkältung hatte ich auch noch Pech mit der Barfuß-Lauferei: bei einem schnelleren Trainingslauf auf klatschnassem Boden habe ich – bedingt durch den Regen auf meiner Brille – Glasscherben übersehen und deshalb Splitter in den Fuß getreten. Bis auf einen habe ich sie alle entfernen können, der eine aber saß zu tief. Im Vertrauen, dass der Körper damit selbst zurechtkommen wird, habe ich weiter trainiert. Als es immer wieder in der Sohle stach, habe ich die Belastung auf dem betroffenen Fuß leicht verschoben. Der veränderte Fußaufsatz führte dann leider zu einer Wadenverhärtung, die ihrerseits wieder 4 Wochen lang bestand, also wieder kein gutes Training. Dann war der Splitter endlich von alleine so weit nach außen gedrungen, dass ich ihn entfernen konnte. Jetzt sollte endlich die Phase des intensivsten Marathontrainings beginnen und genau da kam die zweite Erkältung, von der ich vorher sprach.

Bis zum Jahresende ging die hohe berufliche Belastung weiter, und ich konnte erst zwischen den Jahren wieder anfangen, mehr als nur am Wochenende zu laufen.

Wäre nicht in 2017 die Wiederentdeckung eines alten Hobbies geschehen, müsste ich dieses Jahr als das seit langem und mit großem Abstand frustrierendste Jahr bezeichnen. Meine alte Leidenschaft – das Fotografieren – hat mir aber in einer großartigen Weise geholfen, den Kopf über Wasser zu (be)halten. Die Kamera (kein Handy, sondern ein richtiger Fotoapparat mit mehreren Objektiven) lässt sich leicht – auch auf Dienstreisen – mitnehmen und erlaubt mir, meine Sicht der Dinge als Bild festzuhalten. Ich sehe seitdem meine Umwelt mit anderen Augen., indem ich versuche, die Kamera das festhalten zu lassen, was ich selbst wahrnehme, wenn ich Menschen, Tiere, Häuser, Bäume und Situationen sehe. Einige frühe Aufnahmen habe ich in Grüne Füße gezeigt. Hier kommen noch ein paar mehr:

Buddha im Park des Schlosses Wolfsgarten bei Langen

Blatt einer Wildkirsche im frühen Verfallsstadium

Der neue Henninger Turm in Frankfurt-Sachsenhausen – Farbe frei interpretiert

Frankfurt Marathon 2017 – Sieger Shura Tola ist 2. von rechts

Das letzte Bild bringt mich zurück zum eigentlichen Thema dieses Blogs, dem Laufen. Und da kann ich das Jahr 2018 nur mit den Worten HAPPY NEW YEAR begrüßen, denn ich bin seit zwei Wochen wieder mehr am Laufen. Bis zu 5 von 7 Tagen die Woche war ich jetzt wieder unterwegs und freue mich darüber wie ein Kind. Nach wie vor – auch wenn es am Boden kalt oder nass ist – mindestens jedes 3. Mal barfuß, aber immer mit viel Freude und zunehmender Ausdauer.

Wenn das so weitergeht, wird 2018 vielleicht wieder mal ein gutes Jahr.

10 Gedanken zu: Happy New Year!

  1. Lieber Wolfgang,

    schön wieder von Dir zu lesen, Dein Jahr war wirklich kein Gutes, da haben wir etwas gemeinsam Aber Dein Jahreswechsel macht Hoffnung auf eine Verbesserung und ich wünsche Dir, dass Du mit dem beruflichen Stress positiver umgehen kannst, manchmal hilft das schon.
    Ein kreatives Hobby ist viel wert, da es andere Hirnareale stimuliert als der Sport und ebenfalls Erholung und Entspannung unterstützen kann, wenn es nicht zu einem Zwang ausartet

    Alles Gute für 2018

    Salut

    1. Lieber Christian,

      danke für dein „willkommen zurück“. Das hat was von nach Hause kommen. Tatsächlich habe ich nicht nur die Hoffnung, sondern auch die berechtigte Erwartung, dass sich die Dinge arbeitstechnisch zum Guten wenden. Und unvorhergesehene unangenehme Zwischenfälle wünsche ich uns beiden nicht, daher auch dir ein nicht nur lauftechnisch gutes Jahr 2018!

      Liebe Grüße
      Wolfgang

  2. Lieber Wolfgang, wie ich schon sagte, herzlich willkommen zurück. Christian hatte – ähnlich wie du – auch nicht gerade das beste Jahr hinter sich, aber umso besser beginnt es nun für ihn – und genau das wünsche ich dir ebenso.

    Hake das alte Jahr ab und versuche, dir in Zukunft selbst mehr Zeit zu gönnen, jetzt bist du wieder dabei – und es wird dir sooooooooooo gut tun !

    Schöne Aufnahmen, im übrigen fotografiere ich auch täglich, alles, was mir Lohnenswertes vor die Linse kommt, allerdings bediene ich mich des Smartphones, weil es für mich beim Laufen einfach leichter transportierbar und jederzeit verfügbar ist.

    Wünsche dir ein tolles, störungsfreies und vor allem gesundes 2018 ! 😎

    1. Liebe Margitta,

      auch dir ein herzliches Dankeschön für dein „willkommen zurück“! Das tut gut, wenn man solche Rückmeldungen bekommt, egal ob die Community eher virtuell oder auch real ist. Am schönsten natürlich, wenn man mal die Gelegenheit hat, tatsächlich miteinander zu laufen. Na ja, das kommt alles sicher mal 🙂

      Liebe Grüße und auch dir ein gutes Jahr 2018!
      Wolfgang

  3. Lieber Wolfgang, was für ein Jahr für dich … da wundert mich dann die Funkstille auch nicht, gut dass du einen kreativen Ausgleich gefunden hast, sowas ist in stressigen Zeiten notwendig. Letztlich klingt es so als wäre aber das Schlimmste erledigt und du hast wieder Luft neben der Arbeit (und allen anderen blockierenden Dingen) für zb Laufen. Und deine 2-3 letzten Sätze sprechen Bände, so muss es sein nach solch eine Durstrecke, „freuen wie ein Kind“ 🙂
    Ich wünsche dir viele gesunde und spaßige Kilometer für 2018 und vor allem weniger Stress. Liebe Grüße, Oliver

    1. Lieber Oliver,

      die „Funkstille“ bestand glücklicherweise nicht aus „nicht laufen und nicht schreiben“, sondern nur aus „wenig laufen und nicht schreiben“. Klar natürlich, dass man nie weiß was los ist, wenn man nichts mehr hört. Das sollte sich tatsächlich jetzt erledigt haben und ich werde ab und zu wieder was von mir hören lassen. Ist ja nicht so, dass mir die Ideen ausgingen 🙂

      Liebe Grüße und geniale Läufe in 2018!
      Wolfgang

  4. Hallo Wolfgang,

    schön zu lesen, dass es wieder etwas aufwärts geht nach so einem verkorksten Jahr. Willkommen zurück und ein gutes 2018!

    PS: Schöne Ergebnisse des Fotografierens

    1. Hallo Roni,

      vielen Dank für deinen Kommentar und die Bewertung der Bilder.
      Alles Gute für deine Läufe in 2018 im Land der unbegrenzten Möglichkeiten 🙂

      Liebe Grüße
      Wolfgang

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