Jetzt läuft er wieder – Caballo Blanco

Das Weiße Pferd (Caballo Blanco), darunter wurde er einer weltweiten Leserschaft bekannt. Micah True, um den es hier geht, ist einer der Helden in dem 2009 erschienenen Buch „Born to run“ von Christopher McDougall. Zur Ikone wurde Micah, als er im Stammesgebiet der nordmexikanischen Tarahumara Indianer einen Ultralauf etablierte und zum Inbegriff der Freundschaft zwischen den laufbegeisterten Indianern und Ultraläufern aus der ganzen Welt wurde.

Am 27.03.2012 starb Caballo Blanco auf einem seiner Läufe überraschend. Wie sich herausstellte, litt er wohl an einer unerkannten Cardiomyopathie, einer krankhaften Veränderung des Herzmuskels.

Jetzt ist ein Film über ihn, die Tarahumara und den vom ihm ins Leben gerufenen Ultralauf erschienen und es ist schön, diesen großartigen Läufer und Menschen über 90 Minuten „live“ zu erleben.

Der Film ist auf unterschiedlichen Kanälen verfügbar, wie man unter http://www.runfreemovie.com/buy-now/ erfährt.

Mir gefällt die lockere Art, in der der Film Erzählungen von Freunden, Bilder und Filmsequenzen verbindet und damit eine faszinierende Stimmung erzeugt. Der Lauftechnik-Begeisterte entdeckt im Film fast so viele Laufstile wie Läuferinnen und Läufer. Die eigenartigste Technik hat Micah selbst: ein Gemisch aus steifen, langen Beinen, Fersenlauf und vor dem Körper her pendelnden Armen. Ganz anders als im Lehrbuch, aber er schien damit so gut zurechtzukommen, dass es für die längsten Strecken gereicht hat.

Faszinierend auch, mit welchem Speed die Tarahumara den Ultralauf beginnen, über den ab der 66. Filmminute ausführlich berichtet wird. Im weiteren Rennverlauf erkennt man dann, dass auch die nordmexikanischen Superathleten mit zunehmender Distanz immer langsamer werden und ökonomischer laufen. Nach 50 Meilen (80 km) ist das Ziel erreicht. Bis dahin haben die Läufer ungezählte Anstiege und Bergab-Passagen zurückgelegt, manche wegen der Steilheit auch nur im Geh-Tempo. Auch wenn man es allen Läufern ansieht, wie anstrengend 80 km Canyons rauf und runter sein müssen, sie bleiben alle in der Bewegung und kommen schließlich an.

Den Schluss des Films bildet die Suche nach dem verschollenen Caballo Blanco und die Würdigung seiner Arbeit. Wer von „Born to run“ fasziniert ist und Caballo Blanco noch einmal in Aktion sehen möchte, sollte diesen Film anschauen. Und sei es auch nur, um mit dem Kauf die Tarahumara zu unterstützen.

Nach dem Ende des Films sollte man mit so wenig Lauf-Gadgets wie möglich raus gehen und einfach nur laufen, laufen, laufen. Und fühlen, dass es so etwas ganz anderes sein kann als uns die Hersteller von Laufklamotten, -Schuhen, -Apps und dem ganzen Selbstoptimierungs-Schnickschnack weismachen wollen.

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