Stell dir eine Welt vor

Eine Welt, in der:

keine_kriegees keine Kriege gibt

 

umweltkein Land vernichtet oder verseucht wird

 

alle_menschenalle Menschen gleich viel wert sind

 

tiere_achtenTiere als Persönlichkeiten geachtet werden

 

nicht_perfektwir gerne gut, aber nicht zwanghaft perfekt sind

 

smartphone_suechtiges keine Sucht nach materiellen Objekten gibt

 

religionenniemand eine Religion zur Rechtfertigung von Gewalt missbraucht

 

cyberlovewir keine Scheinwelt brauchen, um zueinander zu finden.

Wie würde die Wirtschaft aussehen, wenn sie genau das herstellte, was wir wirklich brauchen? Und nicht das, was sie uns heute einredet. Nicht das, was die Ressourcen der Erde erschöpft und die Menschen auf anderen Erdteilen. Wie würde die Wirtschaft aussehen, wenn ihre Top Manager sich dem Kundenwohl und dem der Mitarbeiter verpflichtet fühlten statt dem nächsten Quartalsbericht? Wenn sie sich darauf beschränken würde, nur soviel zu produzieren wie von alleine im gleichen Zeitraum wieder nachwächst.

Viel zu oft schon habe ich gehört, dass es den Menschen nur dann gut geht, wenn die Wirtschaft wächst. Ich lebe in einem der reichsten Länder der Erde; die Wirtschaft wächst und alle konsumieren so viel wie nie zuvor. Ich erlebe meine Mitmenschen aber immer noch nicht glücklicher als vor 40 Jahren, als ich anfing, mir Gedanken über ein glückliches Leben zu machen. Ganz im Gegenteil: immer mehr Menschen werden gestresst, depressiv, krank an Leib und Seele.

Ich bin noch nicht alt genug, dass es mir egal sein könnte, wie die Erde in 20 oder 30 Jahren aussieht. Ich weiß nur, dass wir sie über alle Maßen verbrauchen: wir rotten immer mehr Tiere und Pflanzen aus, vernichten immer mehr Land (dank Fracking auch weit unter der sichtbaren Oberfläche), fischen die Ozeane leer und verändern das Klima. Und damit wir von alledem nichts mitbekommen, halten wir uns in einer virtuellen Welt auf, die uns wie Treibsand verschlingt.

Mir ist egal, was aus der Wirtschaft wird, wenn ich nur noch das kaufe, was ich wirklich brauche. Auch wenn es für manche wie eine Drohung klingen mag: ich habe sehr genaue Vorstellungen über meinen Bedarf, und fühle mich deshalb ziemlich verarscht von Äußerungen wie „Es ist nicht die Aufgabe des Konsumenten, zu wissen, was er will.“ (Apple-Gründer Steve Jobs, als Visionär und Wirtschaftsmann auch über seinen Tod hinaus weltweit hoch verehrt).

Was täten wir mit der vielen freien Zeit? Mit der Zeit, die wir nicht für den Konsum schlechter Nachrichten vertun würden. Mit der Zeit, die wir nicht auf der Suche nach dem nächsten Kick vertrödeln müssten. Mit der Zeit, die uns bliebe, wenn wir uns nicht andauernd angstvoll versichern müssten, dass es uns noch gibt und wie groß und wichtig wir sind.

Vielleicht würden wir ja aus purer Lebensfreude durch die Gegend laufen. Alleine, zu zweit, in Gruppen. Und uns dabei Geschichten erzählen. Ja, Geschichten. Wir Menschen sind Erzähler. Unser Gehirn ist prädestiniert fürs Erzählen. Es wären Geschichten, die von früher handeln, von einer Zeit, in der es noch Junkfood gab, das unsere Körper ruinierte und unsere Hirne zerfraß. Oder von Fitness-Studios, in denen man verzweifelt versuchte, seinem Körper wieder eine ansehnliche Form zu geben. Oder vom Kaufrausch, der uns so stark beherrschte, dass wir die Nacht im Schlafsack vor Läden verbrachten, um als erste mit einem neuen Smartphone den Laden zu verlassen. Wir werden lachen und glücklich sein, dass wir dieses Elend hinter uns gebracht haben. Und weiterlaufen. Bis zum Horizont. Und noch viel, viel weiter…

herzwelt