Schlagwort-Archive: Leben

Verpixt Euch!

Die Digital Natives waren gestern. Zugegeben, der Hype um Web 2.0, Industrie 4.0 und Mensch irgendwas.0 war riesig, aber bei hellem Licht betrachtet hat er uns nicht weitergebracht. Zu sehr wurden die Dinge vergröbert, um sie einem Computer (oder – wenn ihr unbedingt wollt – einer todesgeilen Smartwatch) verständlich zu machen und damit steuern zu können. Aber eins nach dem anderen…

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Lieber Franziskus!

Wer hätte gedacht, dass ich in meinem Laufblog mal was zu einer katholischen Enzyklika schreiben werde? Vor allem, weil ich mich schon lange anderen Weltsichten näher fühle als dem Christentum. Dem ZEN-Buddhismus zum Beispiel oder der Sicht vieler indigener Völker auf die Natur. Mit einer auf dem Leiden eines einzelnen basierenden Religion, die ihre Anhänger auffordert, sich die Erde untertan zu machen, hatte ich nicht mehr viel am Hut.

Jetzt hast du als Häuptling aller Katholiken ein Programm für deine Anhänger, aber bewusst auch für alle anderen Menschen verfasst, das inhaltlich und von seinem Appell-Charakter her so nah an meinem Denken ist, dass ich alle Leser meines Blogs ebenso herzlich wie dringend auffordere, dieses Programm zu lesen und den Empfehlungen für eine Planet-Erde-kompatible Lebensweise zu folgen.

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Der Aufstand

Im gleichnamigen *) Star Trek Kinofilm (der 9.) rettet die Crew der Enterprise das Volk der Ba’ku, das auf einem weitab gelegenen Planeten zurückgezogen und unter freiwilligem Verzicht der Nutzung von Elektrizität und Computertechnik lebt. Ein kurzer Auszug aus Gesprächen des Enterprise-Captains Picard mit den Ba’ku Anij (weiblich) und Sojef (männlich) verdeutlicht deren Lebenseinstellung:

Anij: Ich denke, es fällt dem Captain schwer zu glauben, dass wir die Fähigkeit haben,  ein Positronengerät zu reparieren.
Sojef: Unsere technologischen Fähigkeiten sind nicht sichtbar,  da wir uns entschieden haben,  sie im täglichen Leben nicht einzusetzen. Wir glauben,  wenn man die Arbeit des Menschen einer Maschine überlässt,  dann wird ihm damit etwas weggenommen.
Anij: Aber früher erforschten wir die Galaxien genau wie Sie.
Picard: Ihnen steht  der Warp-Antrieb zur Verfügung ?
Anij: Wenn wir wollen: ja. Aber wohin würde er uns bringen? Doch nur weg von hier.

…und später:
Anij: Uns war immer klar,  dass wir isoliert bleiben müssen, um zu überleben. Das war nicht leicht. Viele junge Leute wollen mehr von andern Welten wissen. Ihnen gefallen Geschichten von einem aufregenden Lebensstil.
Picard: Die meisten in meinem Volk, die ein so schnelles Leben führen, würden ihre Seelen verkaufen, um es verlangsamen zu können.
Anij: Sie nicht?
Picard: Von Zeit zu Zeit…

*) Der Film heißt deshalb „Der Aufstand“, weil die Crew der Enterprise die Ba’ku gegen ausdrückliche Weisung der Föderation rettet und damit zu Aufständischen wird.

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Stell dir eine Welt vor

Eine Welt, in der:

keine_kriegees keine Kriege gibt

 

umweltkein Land vernichtet oder verseucht wird

 

alle_menschenalle Menschen gleich viel wert sind

 

tiere_achtenTiere als Persönlichkeiten geachtet werden

 

nicht_perfektwir gerne gut, aber nicht zwanghaft perfekt sind

 

smartphone_suechtiges keine Sucht nach materiellen Objekten gibt

 

religionenniemand eine Religion zur Rechtfertigung von Gewalt missbraucht

 

cyberlovewir keine Scheinwelt brauchen, um zueinander zu finden.

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Diagnose: unheilbar

Es gibt eine Situation, vor der wir alle Angst haben. Die uns bis ins Mark erschüttert. Nach der nichts mehr ist wie vorher. Es ist die Diagnose: unheilbar erkrankt. Wer sie bekommt, weiß, dass seine Tage gezählt sind.

Stephen Emmott hat ein Buch geschrieben, in dem kurz und schlüssig dargelegt wird, dass unser Heimatplanet unheilbar erkrankt ist. Weil wir bereits heute über den Punkt hinweg sind, ab dem Hilfe noch wirken könnte. Wer das Buch gelesen hat, ist tief bedrückt. Nicht weil die Fakten und deren Zusammenwirken überraschend sind; das alles haben wir schon mal gehört. Nein: weil sie von ihren Folgen her betrachtet werden. Mich hat das Buch richtig fertig gemacht.

Ich wollte diesen Blogbeitrag als Buchbesprechung verfassen, bin aber schließlich bei einer dringenden Aufforderung zum Handeln gelandet. Warum? Weil ich ein bis ans Naive grenzender Optimist bin, der sich einen kleinen Funken Hoffnung nicht zerstören lässt: die Hoffnung, das Ruder doch noch rumreißen zu können, wenn sich nur genügend Menschen schnellstmöglich dafür einsetzen. Sprechen wir aber erstmal über das Buch…

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Verliere nicht dein Laufen!

Sonst verlierst du dein Leben…

Gilt auf den ersten Blick nur für Lauftiere. Für uns Menschen nicht, oder? Wir haben doch Autos, Rollatoren, Rollstühle und die fahrbaren Betten im Altersheim. Wir bleiben mobil, selbst wenn unser Körper es nicht mehr ist. Viele, die ihre Mobilität durch einen Unfall verloren haben, können durch unterstützende Technik ihre Würde und ein gewisses Maß an Freiheit zurückgewinnen. Andere, die sich ihr Laufen aus Bequemlichkeitsgründen abgewöhnen, enden nicht selten in einem bedauernswerten Zustand des Nicht-mehr-Gehen-Könnens.

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Der Atem des Lebens

Von allen lebenslangen Begleitern ist der Atem der seltsamste. Wenn wir ihn nicht beachten, findet er einfach so statt. Auch nachts, wenn wir bewusstlos sind, funktioniert er ganz von alleine. Wir können ihn aber auch steuern. Wenn wir laufen, atmen wir bewusst. Wir spüren, wenn es an der Zeit ist, schneller und tiefer zu atmen. Und wir merken mehr als deutlich, wenn wir uns so anstrengen, dass wir nicht genug Luft bekommen. Dann heißt es Tempo rausnehmen oder – kurz vor dem Ziel – durchhalten und kotzen. Das alles ist gut so, denn hier wird ein Schlüssel zum Läuferglück greifbar.

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