Wochenendläufer

Die letzten Wochen und Monate wurde ich von meinem Job regelrecht aufgefressen. Projekte, Probleme mit Externen, Notfälle und Notreaktionen haben mich regelmäßig vom morgendlichen Laufen abgehalten. Abends ging’s auch oft lang, und so habe ich mein Laufen aufs Wochenende beschränkt.

Auch wenn ich ein Liebhaber langer Strecken bin, so heißt das doch, von Umfängen wie noch im letzten Jahr (70 – 100 km in der Woche) auf schmale 40 – 50 km zusammengeschnurrt zu sein.

Das hat Folgen:

  • Verringerung der Fitness
  • Erhöhung des Gewichts (ich esse immer gleich viel, aber mir fehlt der wöchentliche Verbrauch von 2.400 Kilokalorien, rechnet man die fehlenden Laufkilometer mit ca. 60 Kilokalorien je km, folglich habe ich im Vergleich zu früher jede Woche eine ganze Tagesration mehr an Essen, rechnet man meinen täglichen Energiebedarf mit über 2.000 Kilokalorien)

Was tun, wenn nicht absehbar ist, dass die Arbeitsbelastung nachlässt, ich aber einen halbwegs guten Marathon Ende Oktober laufen will?

Zum einen: ich habe noch meinen gesamten Jahresurlaub, von dem ich bis zum Marathon einige Tage nehmen werde.

Zum anderen: es spricht nichts dagegen, die Wochenendkilometer zu erhöhen. Es ist zwar eine seltsame Sache, seine gesamten Wochenkilometer an zwei Tagen zu leisten, aber auch das muss ein natürlicher Körper im Sinne der Anpassung ertragen.

Dieses (lange) Wochenende konnte ich an drei Tagen laufen:

  • Freitags einen Crescendo-Lauf: 4 Runden a 5 km in meinem Wald, die immer schneller wurden, von 24:33 bis 21:05 Min.
  • Samstags einen langsamen, erholsamen Barfuß-Lauf über 20 km
  • Am heutigen Sonntag einen Gebirge-Lauf (Taunus, Mittelgebirge) mit einer Länge von 36 km in 4 Stunden. Alles bei schönem, warmem bis heißem Wetter.

Und schon habe ich 76 Wochenkilometer zusammen. Ich werde also versuchen, bis zum Urlaub viel am Wochenende zu laufen, um dann in ein richtiges Training einzusteigen, das mich so fit macht, dass ich nach dem Urlaub bis zum Marathon nur ein paar schöne Fitness-Erhaltungsläufe brauche.

Und dann sehen wir weiter. Vielleicht klappts ja, wer weiß?

8 Gedanken zu: Wochenendläufer

  1. Lieber Wolfgang,

    manchmal geht das Leben hart mit einem um, wir alle kennen das in der oder in anderer Form, ABER du bist gesund, konntest an diesem langen Wochenende an drei Tagen laufen. ABER – schon wieder ! – aufpassen, weißt ja, der Schuss kann auch nach hinten gehen. Halte dir fest die Daumen, dass alles gut wird, und es wird, so der Verstand mitläuft – und da gehe ich bei dir davon aus – nur manchmal reitet einen der Teufel, wer von uns kennt das nicht ?

    Und das mit dem Oktober-Marathon (wieder Frankfurt ?) klappt dann auch !

    Wünsche dir viel Glück und auch ruhigere Zeiten !

    Grüße von der Ostsee ! 😎

    1. Liebe Margitta,

      ich weiß, was du meinst: Umfänge zu schnell hochgefahren und schon machts peng und man hat sich irgendwas eingefangen, das man nicht mehr so schnell loswird.
      Versprochen, ich werde das sehr genau beobachten. Immerhin habe ich ja unter der Woche die Chance, geringfügige Überlastungen in der Werktags-Laufpause auszukurieren.
      Ich bin halt gespannt, ob so ein Trainingsmodell was taugt…

      Im Oktober werde ich es spätestens wissen. In Frankfurt. Barfuß 🙂

      Liebe Grüße an die Ostsee!
      Wolfgang

        1. Oh, vielen Dank fürs Kompliment. Die Sandalen (ein Eigenbau) ziehe ich nicht nur zum Laufen auf steinigem Grund an (immer dann, wenn ich barfüßig zu langsam wäre), sondern auch öfters in der sonstigen Freizeit. Das komplette Bild zeigt mich mit Jeans-Shorts und rotem Polohemd, aber da das hier ein Läuferblog ist, hab ich den Teil weggeschnitten, der nicht nach Laufen aussieht. Freut mich, wenns dir gefällt.

          Liebe Grüße
          Wolfgang

  2. Lieber Wolfgang, lauf doch einfach jeden Samstag 80 Kilometer, passt auch 😉 Nee, Spaß beiseite … Ist schon nervig, wenn der Job genau das nicht zuläßt was man als Ausgleich zum Job gerne machen möchte, bzw. machen muss.
    Geht mir manchmal auch nicht anders, aber irgendwie klappte es dann bisher doch immer, zumindest die Ausdauer nicht schleifen zu lassen (und wenn ich in aller früh mal schnell einen 10er laufe).
    Ich drücke die Daumen dass dein Plan für Frankfurt funktioniert. Und dass du vernünftig bleibst und vielleicht doch noch die eine oder andere Stunde unter der Woche zum Laufen entdeckst.
    Beste Grüße aus dem Rheinland, Oliver

    1. Lieber Oliver,

      mit dem langen Samstagslauf hast du mich auf eine Idee gebracht…

      So eigenartig das klingen mag, aber ich hatte in den letzten Tagen so ein seltsames Gefühl, als wäre das der Moment, in dem mich der kleine innere Ultralauf-Verführer (das genaue Ggenteil des berühmten Schweinehunds) kriegen könnte, der immer mal wieder einen Anlauf nimmt. Einen kurzen langen Lauf (30 km) und einen langen (50, später vielleicht 60 km). Was mich davon noch abhält, sind die verhältnismäßig langsamen Laufgeschwindigkeiten, die dann zu noch mehr Zeitbedarf führen, wenn auch am Wochenende. Dafür macht mir das schnellere Laufen noch viel zu viel Spaß. Trotzdem: irgenwie arbeitet das in mir…

      Ich warte mal ab, auf was für blöde Ideen meine Birne noch kommt, wenn ich sie alleine denken lasse.
      Und ich schreib wieder davon.

      Liebe Grüße
      Wolfgang

  3. Lieber Wolfgang,
    ich kenne das, aber inzwischen müssen wenn möglich andere Aktivitäten dran glauben, gelaufen wird weiterhin. Ich weiß nicht, wie es bei Dir möglich ist, aber so eine halbe Stunde findet sich doch fast immer, in der ein paar Meter gelaufen werden können, allerdings sollte das ohne Stress und Druck geschehen, sonst macht es wirklich keinen Sinn.
    Ich wünsche Dir, dass Dein Alltag wieder in ruhigeres Fahrwasser gerät

    Salut

    1. Lieber Christian,

      du triffst den Nagel auf den Kopf: unter der Woche ist es momentan nicht ohne Stress möglich, irgendwo Zeiten fürs Laufen freizuschaufeln, auch wenn das Laufen selbst wieder Stress abbaut. Klar könnte ich spät abends noch rausgehen, aber dafür bin ich dann tatsächlich zu platt. Es ist aber absehbar, dass sich der Zustand bis zum Jahresende wieder bessern wird, und den Urlaub habe ich ja auch noch vor mir.

      Alles wird gut! Man merkt: ich bin Optimist…

      Liebe Grüße und danke für die guten Wünsche!
      Wolfgang

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